Sommerausstellung - Ludwig Schmid-Reutte

Ein gefeierter Künstler - vergessen und wieder entdeckt

Die heurige Sommerausstellung im Museum im Grünen Haus wird das Leben und Werk des Malers Ludwig Schmid-Reutte zeigen.   

Die Eröffnung findet am Donnerstag, den 11. Juni 2026 um 19:00 Uhr statt.

Der Künstler Ludwig Schmid wurde 1862 in Lechaschau geboren. Familie und Lehrer entdeckten früh sein zeichnerisches Talent und bereits im Alter von 16 Jahren zog es ihn nach München, wo er ab 1878 an der Kunstakademie u.a. bei Franz Defregger studierte. Über die Jahre entwickelte er dort einen typischen historisierenden Malstil mit akademischer Prägung. Thema war immer der Mensch. Nach dem Studium verkehrte er in den Kreisen der Sezessioniten, mit denen er auch gemeinsam ausstellte.

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Große monumentale Umrisslinien und eine Verkürzung der Darstellungen auf kubische Formen wurden zum Charakteristikum seiner Arbeiten. Die Titel seiner Werke lauteten beispielsweise „Liegender Akt“ oder „Sitzender“. Erfolgreich war Ludwig Schmid, der sich ab dieser Zeit „Ludwig Schmid-Reutte“ nannte, auch als Lehrer an privaten Malschulen die auch für Frauen offen standen. 
 Aufgrund seines großen Erfolges in München wurde er im Jahr 1899als Professor an die Akademie für Bildende Künste in Karlsruhe berufen. Später sehr bekannt gewordene Künstler waren Schüler seiner Klasse, Clara Rilke, Julius Seyler und Emil Cardinaux. In einer großen Ausstellung in Berlin erhielt Schmid-Reutte einen eigenen Raum für seine Werke, die sich auch gut verkaufen ließen.

Schwer erkrankt, musste er 1907 seine Arbeit in Karlsruhe beenden. In dieser Zeit kam er auch wieder in seine Heimat Lechaschau zurück, um hier als Künstler tätig zu werden. Seine letzten beiden Lebensjahre verbrachte er an den badischen Spezialkliniken in Freiburg und Achern-Illenau, wo er am 13. November 1909 verstarb und auch seine letzte Ruhestätte fand.

Der dem Museumsverein bekannte künstlerische Nachlass umfasst nur knapp 50 Werke, die vorwiegend in Museen in Karlsruhe und Stuttgart sowie in deutschen Privatsammlungen aufbewahrt sind. Nur wenige Bilder befinden sich in Österreich. Das großformatige Bild „Die Kartoffelernte“ ist im Besitz der Stadtgemeinde Reutte. Nach dem Erwerb hing es erst im Heimatmuseum im EWR-Gebäude und später aus Platzgründen im Gebäude der Hauptschule, jetzt Mittelschule am Königsweg. Aufgrund der Umbauarbeiten in der Mittelschule kam das Bild ins Museum im Grünen Haus. Es hängt nach einer gründlichen Reinigung seit dem Vorjahr im dritten Stock des Museums. Zwei weitere Bilder im Museum sind ihm zugeschrieben. Diese Zuschreibung muss aber erst noch überprüft werden.

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Aufruf an die Bevölkerung

Leider gibt es nur wenige Informationen zu seiner Familie. 
Die Eltern Maria Theresia Schmid geb. Lutz und Franz Anton Schmid und ein Bruder namens Johann Stephan sind bekannt. 
Aber: Wo hat Ludwig die Jahre seiner Jugend bis 1878 verbracht? Hatte er neben dem genannten Bruder noch weitere Geschwister? Wer war seine Ehefrau bzw. wer waren seine Ehefrauen? Hat er Wochenenden, Urlaube und dergleichen im Außerfern verbracht, hier Dinge zurückgelassen oder Bilder gemalt und verkauft?

Vielleicht wissen Sie, geschätzte Leserin oder geschätzter Leser, Antworten auf diese spannenden Fragen - und besitzen Sie möglicherweise Dokumente, persönliche Gegenstände oder gar Bilder des Ludwig Schmid-Reutte? Wenn ja, so bitten wir um Kontaktaufnahme mit dem Museum im Grünen Haus.

  • Autor: Text: Robert Pacher, Ernst Hornstein, Foto: Museum
  • Quelle: Museum Reutte

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