Sonderausstellung Ludwig Schmid-Reutte

Ein gefeierter KÜNSTLER – vergessen und wieder ENTDECKT! - Sonderausstellung vom 12.06.2026 bis 31.10.2026 

Der aus Lechaschau stammende Künstler und Professor Ludwig Schmid-Reutte wurde 1862 in ärmlichen Verhältnissen geboren. In Lechaschau verbrachte er auch seine Kindheit. Familie und Lehrer entdeckten früh sein zeichnerisches Talent und bereits im Alter von 16 Jahren zog es ihn nach München, wo er ab 1878 an der Kunstakademie u. a. bei Franz Defregger studierte. In dieser Zeit nahm Ludwig auch den Nachnamen Schmid-Reutte an, um sich von anderen gleichnamigen Künstlern zu unterscheiden. Über die Zeit nach dem Studium in München ist wenig bekannt. Im Jahr 1899 wurde er als Professor an die Akademie für Bildende Künste in Karlsruhe berufen. Als Professor war er sehr beliebt und erfolgreich, ebenso als Lehrer an einer privaten Malschule für Frauen. Schwer erkrankt, musste er 1907 seine Arbeit in Karlsruhe beenden. Seine letzten beiden Lebensjahre verbrachte er an den badischen Spezialkliniken in Freiburg und Achern-Illenau, wo er am 13. November 1909 verstarb und auch seine letzte Ruhestätte fand.

Über die Jahre entwickelte Ludwig Schmid-Reutte seinen eigenen Stil. Ausgehend von seinen Vorbildern Franz Defregger und Mathias Schmid wandte er sich der damaligen Avantgarde, den Sezessionisten, zu. Mit ihnen bestritt er sehr erfolgreich große Ausstellungen in München und Berlin. Sein Thema war immer der Mensch. Die "große, monumentale Umrisslinie" wurde zum Charakteristikum seiner Arbeiten, welche Titel wie "Liegender Akt", „Ringer“ oder „Arbeiter“ erhielten. Auch kantige, fast schon kubistisch anmutende Porträts und Figurengruppen zeigten ihn auf der Höhe der Zeit. Wenn man den Berichten und späteren Nachrufen Glauben schenkt, zählte Ludwig Schmid-Reutte um die Jahrhundertwende zu den prägenden Persönlichkeiten des Karlsruher Kunstlebens.

Seine schwere Erkrankung und der frühe Tod mit 47 Jahren stoppte seine künstlerische Weiterentwicklung. Die 1913 herausgegebene Mappe mit Abbildungen von 32 Werken Schmid-Reuttes und die vielen sehr positiven Nachrufe belegen seine hohe Anerkennung in Künstlerkreisen. Eine fehlende Nachlassverwaltung und seine wenigen weitverstreuten Werke führten dazu, dass Ludwig Schmid-Reutte in Vergessenheit geraten ist.

Anhand des großformatigen Bildes „Kartoffelernte“, das sich im Besitz des Museums im Grünen Haus befindet, versucht der Museumsverein Reutte, begleitet von intensiven Forschungen zum Leben und Werk von Ludwig SchmidReutte, diesen wieder ins Bewusstsein der Kunstwelt zu rücken. Mit dem Begleitheft zur Ausstellung machen wir nun die ersten Erkenntnisse dieser Forschungen publik. In unserer Sonderausstellung werden alle, der heute noch greifbaren Werke, im Original oder als Reproduktionen gezeigt und beschrieben. Auch die opulente Mappe mit 32 Werken von Ludwig Schmid-Reutte wird vollständig präsentiert und den noch existierenden Bildwerken gegenüber gestellt.


Kurator: Ernst Hornstein 

Arbeitsgruppe: Hansjörg Fuchs, Ulrich Kößler, Erich Printschler, Robert Pacher und Alexandra Posch


Öffnungszeiten des Museums: 

Dienstag - Samstag 13.00 bis 17.00 Uhr 
Sonderöffnungen und Führungen nach telefonischer Vereinbarung möglich


Folder Sonderausstellung Ludwig Schmid-Reutte (als pdf-Dokument herunterladen, 1.01 MB)


Weitere Informationen erhalten Sie im Museumsbüro, unter www.museum-reutte.at, per E-Mail: info@museum-reutte.at bzw. telefonisch +43 5672 72304.

  • Quelle: Museumsverein des Bezirkes Reutte

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